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Heimat Podcast

Ein polit-ökonomischer Blick auf unsere Heimat


Ep. 9: Wasserlose Schweiz, strahlende CO₂-Zukunft und «Ausgeliefert»

Die Hitze hält an, und mit ihr die Überhitzung im Bildungssystem. Nachdem KI Schüler:innen bereits gläsern gemacht hat, berichten wir von den neuesten Entwicklungen: Statt Schüler:innen aufs Erwachsenen- und Arbeitsleben vorzubereiten, soll KI vor allem den Lehrer:innenmangel beheben und bewertet mittlerweile gleich selbst Aufsätze, samt kuriosen Kollateralschäden wie abgezogenen Punkten für Kommafehler, die im Unterricht noch gar nicht behandelt wurden. Uns raucht dabei der Kopf.

Doch die Hitze wird nicht weniger, im Gegenteil: Die Schweiz ist so trocken wie schon lange nicht mehr – oder ist sie es gar nicht? Wir wissen es schlicht nicht, denn die Schweiz erhebt als eines der letzten Länder Europas ihren eigenen Wasserverbrauch nicht. Hydrologe Klaus Lanz klärt in einem Watson-Interview auf und liefert gleich kostengünstige Verbesserungsvorschläge mit. Wir diskutieren, ob sich die Schweiz nicht endlich zur Planungs- und Datenerhebungsnation mausern sollte.

Zum Glück hat die Politik pragmatischere Antworten parat: Neue AKWs sollen die Lösung sein – wir fragen uns nur, wofür eigentlich. Der Verdacht einer CO₂-Nebelkerze liegt nahe, wobei Nebel immerhin für etwas Abkühlung sorgen würde.

Zum Ausklang besprechen wir Orry Mittenmayers Buch «Ausgeliefert», das tiefe Einblicke ins System der Essenskuriere liefert. Vom Schock erholen wir uns nur mit einer bestellten Pizza und schliessen damit die Folge.

Empfehlungen

  • Buch: Orry Mittenmayer, Ausgeliefert. Kiepenheuer & Witsch, 2024

Kapitel

00:00:00 Schulische KI Experimente, again
00:24:05 Begrüssung
00:27:33 Fahrlässiger Wasserverbrauch
01:01:55 Wie der Hitzesommer von rechts gesehen wird
01:12:01 Übersterblichkeit im Hitzesommer
01:16:08 Neue AKWs gegen den Klimawandel in 50 Jahren
01:27:00 «Ausgeliefert» von Orry Mittenmayer

Jingles

Cover

Noch ist die Fussball-WM im Gange, und auch wir widmen uns ihr: Für den Hunger während dem Spiel gibt es zum Glück Gig-Lieferdienste. Doch Obacht, bei Hitzewellen verordnen diese in Frankreich nun grosszügig «Pausen», natürlich unbezahlt, während sie ihren Ridern grosszügig gratis Trinkwasserstellen empfehlen. Und während der Fussball nicht immer liefert, flimmert die Werbung immer kreativer über die Banden, vor allem für Glücksspiel, Krypto und Sportwetten. Von der radikalen Forderung nach einem Werbeverbot bis zur Sinnfrage von Glücksspiel beschäftigen wir uns intensiv damit, bevor harte Zahlen zur explodierenden Anzahl Casino-Sperren und Spielsucht-Therapien ernüchtern.

Von der Spielsucht ist es nur ein kleiner Schritt zur Verschuldung: Wer am Existenzminimum lebt und eine Busse nicht zahlen kann, landet in der Schweiz erstaunlich oft im Gefängnis: 40 Prozent aller Haftstrafen gehen auf nicht bezahlte Bussen zurück, meist wegen Schwarzfahrens. Ein Vorstoss, das zu ändern, scheiterte im Nationalrat am Gleichheitsgrundsatz. Kaum weniger irritierend: der Blick in Schweizer Klassenzimmer, wo KI-Tutoren Einzug halten, fleissig Daten sammeln, um gläserne Schüler:innen zu schaffen, und dabei munter Lehrer:innen ersetzen und dies ganz ohne gesellschaftliche Debatte darüber.

Zum Ausklang doch noch ein Lichtblick: eine kleine Bergbahn im Bündnerland, die dank einer Genossenschaft und jahrzehntelanger Freiwilligenarbeit bis heute überlebt hat. Dies ein Sinnbild für jene urschweizerische Milizkultur, die eben nur funktioniert, wenn Menschen ein stabiles Erwerbseinkommen und genug Zeit übrighaben. Ein schöner Kontrast zu den prekären Gig-Arbeitenden vom Anfang der Episode, und so können wir für einmal mit etwas Positivem schliessen.

Empfehlungen

Kapitel

  • 00:00:00 Bürokratische Abokündigung
  • 00:04:14 Giglieferdienste
  • 00:17:26 Begrüssung
  • 00:18:24 Vormarsch der Glücksspielbranche
  • 01:10:04 Arme im Gefängnis
  • 01:27:16 Schulische KI Experimente
  • 01:45:30 Genossenschaftliche Älplibahn

Jingles

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Inhalte

Wurde dieser Podcast mit einer KI generiert? Wären wir bei Tamedia, so wäre das dank fehlender Kennzeichnungspflicht nicht klar. So aber widmen wir uns gleich zwei Schweizer Nationalheiligtümern: der Neutralität und dem Immobilienmarkt.

Zunächst lauschen wir einem Gespräch mit Altkanzler Walter Turnherr und fragen uns, ob die Schweizer Neutralität eine politische Strategie ist oder einfach Aussenpolitik in der Kaffeepause.

Danach tauchen wir kopfüber in die finanzialisierte Wohnungskrise: Wer kauft eigentlich all diese Häuser? Spoiler: Es sind nicht die, die darin wohnen wollen. Pensionskassen, Hypothekarvolumen in absurder Höhe und Immobilienfonds mit Renditen, die zu einem Puls führen, der sogar Beton sprengen kann.

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